Laura Cemin

Laura Cemins Arbeit in den Bereichen Performance, Fotografie und Installation untersucht Beziehungen, Begegnungen und Interaktionen zwischen Menschen und Körpern sowie die Frage, wie Technologie soziale Beziehungen beeinflusst. Während sich unser Planet zunehmend aufheizt, werden wir (menschliche Wesen) paradoxerweise zunehmend kälter, entfremden uns voneinander und tun uns schwer damit, uns zueinander zu bekennen und tragfähige Beziehungen einzugehen, obwohl wir uns gleichzeitig nach menschlicher Berührung und Körperwärme sehnen. Die Technik scheint mit ihren Gerätschaften Lösungen anzubieten. Mit unzähligen Hilfsmitteln auf dem Markt – Wärmedecken, körpererwärmende Schlankheitscremes und Schwitzgürteln – wird es uns ermöglicht, uns allein zu wärmen, menschliche Präsenz zu simulieren, aber auch unsere Körper so zu formen, dass sie den gängigen Normen in den sozialen Medien gerecht werden. Aber wer ist am Ende für uns da? Wie können wir uns wieder ernsthaft miteinander verbinden, statt in Werbespots, Selbsthilfebüchern und dem Internet nach Lösungen zu suchen? Wie können wir wieder lernen, Zeit miteinander zu verbringen und das Reich der Körperlichkeit aus Fleisch und Knochen wieder neu zu würdigen? Cemins neue Installation für die Ausstellung, Persistence of Memory (2020), besteht aus einem Set aus Vorrichtungen, Schönheitsprodukten und anderen Geräten, die im engen Kontakt mit dem Körper benutzt werden, um ihn zu erwärmen: ein Saunaanzug, Handwärmer, eine Heizdecke, Wärmflaschen, Schwitzgürtel und eine hauterwärmende Creme. Die Künstlerin interessiert sich für die Wirkweise dieser hitzeerzeugenden Produkte, will wissen, was sie tun und was sie in Beziehung mit verschiedenen Körpern leisten. Diese Hilfsmittel sind uns alle vertraut, aber die Art, wie sie präsentiert werden, ist etwas merkwürdig: Sie werden in absurd kombinierten skulpturalen Collagen gezeigt. Parallel zu diesen Hilfsmitteln wird ein 4-minütiger Warm-up-Film (2020) gezeigt, eine Videoanleitung, die zeigt, wie man mit der vorgetäuschten Intimität und der Einsamkeit in unserer individualistischen Welt zurechtkommt. Die Installation zielt darauf ab, die Bedeutung körperlicher Wärme und physischer Nähe zu zeigen, übt aber auch Kritik an der Konsumgesellschaft im digitalen Zeitalter, die sich auf die falsche Versprechung verlässt, dass sich Beziehungen durch das Klicken eines Button aufbauen lassen oder durch den käuflichen Erwerb von Gegenständen repariert werden können, statt sie aufzubauen, an ihnen zu arbeiten oder sie in Ordnung zu bringen.

Laura Cemin